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INHALT


Samuele ist 12. Nach der Schule trifft er seine Freunde oder streift mit einer selbstgebauten Steinschleuder durch die Gegend. Er will Fischer werden, so wie sein Vater. Samuele lebt auf der Mittelmeerinsel Lampedusa, auf der das Leben schon immer von dem geprägt war, was das Meer bringt. Seit Jahren sind das nun vor allem Menschen – Tausende Flüchtlinge, die in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben eine lebensgefährliche Reise wagen.

Ein Jahr lang beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi Leben und Alltag auf Lampedusa, der „Insel der Hoffnung“, die zur Anlaufstelle unzähliger Flüchtlinge wurde. Der bewegende Dokumentarfilm überzeugte auf der diesjährigen Berlinale Publikum wie Kritiker und gewann den Goldenen Bären als Bester Film.

Hintergrund

Der italienische Originaltitel „Fuocoammare“ kann sowohl als „brennendes Meer“ als auch „Leuchtturm“ übersetzt werden. Der deutsche Kinotitel ist dieser Doppelbedeutung geschuldet: „Seefeuer“ bezeichnet zum einen das Lichtsignal auf Leuchttürmen, zum anderen eine historische Brandwaffe, die vor allem gegen Schiffe zum Einsatz kam und nicht mit Wasser gelöscht werden konnte.

REGIE

Biografie

Gianfranco Rosi wurde 1964 in Asmara, Eritrea geboren. Nachdem er in Italien die Universität besucht hatte, zog er 1985 nach New York, um einen Abschluss der New York University Film School zu erlangen. Nach einer Reise durch Indien, begann er seinen ersten Dokumentarfilm „Boatman“ zu drehen und zu produzieren. Dieser wurde erfolgreich auf diversen Internationalen Filmfestspielen präsentiert, darunter dem Sundance Film Festival, dem Internationalen Filmfestival von Locarno und dem Toronto International Film Festival.

Im Jahr 2008 gewann sein in Slab City, Kalifornien gedrehter Dokumentarfilm „Unter dem Meeresspiegel“ den Horizons Award bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig. Der Film erhielt außerdem den Grand Prix und den Nachwuchspreis beim Cinema du Réel Festival 2009 in Paris, den Preis für den besten Dokumentarfilm beim One World Film Festival in Prag, den Vittorio De Seta Preis beim Bif&st 2009 für den besten Dokumentarfilm und war nominiert für den Preis für den besten Dokumentarfilm beim Europäischen Filmpreis 2009.

Im Jahr 2010 drehte er „El Sicario – Room 164“, ein Interview über einen Mörder und Informanten des mexikanischen Drogenkartells, und wurde mit dem Fipresci Award bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig und dem Doc/It Preis für den besten Dokumentarfilm geehrt. Darüber hinaus gewann er den Preis für den besten Film beim DocLisboa 2010 und beim Doc Aviv 2011.

Für seinem Film „Das andere Rom“ erhielt er den Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig 2013.

Filmografie

1993 „Boatman“
Offizielle Auswahl, Sundance Film Festival

2001 „Afterwords“
Offizielle Auswahl, Internationale Filmfestspiele Venedig

2008 „Unter dem Meeresspiegel“
Offizielle Auswahl, Internationale Filmfestspiele Venedig
Gewinner Bester Film / Horizons Award

2010 „El Sicario – Room164“
Offizielle Auswahl, Internationale Filmfestspiele Venedig
FIPRESCI Award

2013 „Das andere Rom“
Offizielle Auswahl, Internationale Filmfestspiele Venedig
Gewinner des Goldenen Löwen

2016 „Seefeuer“
Wettbewerb, Internationale Filmfestspiele Berlin
Goldener Bär für den Besten Film
Amnesty International Filmpreis
Leserpreis der „Berliner Morgenpost“
Preis der Ökumenischen Jury (Wettbewerb)

PARTNER




„Mit seiner einzigartigen Mischung aus skurrilen, traurigen, komischen und bedrückenden Szenen vermittelt der mit dem Amnesty-Filmpreis 2016 ausgezeichnete Film SEEFEUER das Ausmaß der Tragödie, die die Flüchtlinge auf ihrer Reise nach Europa erleben.“
AMNESTY INTERNATIONAL




„Wie hat sich der Alltag auf Lampedusa verändert, wo seit Jahren verzweifelte Menschen ankommen? Was geschieht mit den Flüchtlingen, die auf diesem einsamen europäischen Außenposten im Mittelmeer gestrandet sind – auf der Suche nach Schutz und einem besseren Leben? SEEFEUER dokumentiert es eindrucksvoll und berührend. Unbedingt anschauen!“
Dietmar Kappe, UNO-FLÜCHTLINGSHILFE




„Regisseur Gianfranco Rosi erzählt in SEEFEUER vom Leben eines Jungen auf der Insel Lampedusa und zugleich von den Flüchtlingen, die dort stranden. Damit gelingt es ihm, die Situation der Menschen – Geflüchtete wie Alteingesessene – in allen Facetten darzustellen: Schrecken und Angst, Trost, Hilfe und Zusammenhalt. Ein berührender Film, der Mut zur Begegnung macht.“
Barbara Küppers, Expertin für Kinderrechte bei TERRE DES HOMMES




„Der Film berührt durch seine Bilder vom Schicksal der Schutzsuchenden an den europäischen Außengrenzen viel unmittelbarer als es Sprache vermag.“
BROT FÜR DIE WELT




„Der großartige Film von Gianfranco Rosi schildert in eindrucksvollen Bildern den Alltag auf Lampedusa und das Sterben der Flüchtenden auf See. SEEFEUER hat die Kraft, die Menschen in Europa zu bewegen. Mit unserem Rettungsschiff AQUARIUS sind wir im Einsatz zwischen Libyen und Lampedusa, retten dort fast täglich Menschen. Europa muss sichere Zugangswege schaffen, um das Sterben im Mittelmeer zu beenden.“
Kapitän Klaus Vogel, SOS MEDITERRANEE